EU-Verordnung

Energieverbrauchskennzeichnung und Ökodesignanforderungen

Mit Wirkung vom 01.09.2021 wird die delegierte Verordnung 874/2012/EU zur Energieverbrauchskennzeichnung von elektrischen Lampen und Leuchten durch die neue Verordnung 2019/2015/EU aufgehoben. Die Kennzeichnungspflicht für Leuchten entfiel bereits ab dem 25. Dezember 2019. Leuchten, die sich bereits im Handel befinden, dürfen auch weiterhin mit dem alten Etikett abverkauft werden.

Zusätzlich werden in der neuen Ökodesignverordnung 2019/2020/EU strenge Vorgaben an die Funktionsweise und Eigenschaften der Lichtquellen und ihren Betriebsgeräten gestellt. Diese neue Verordnung ersetzt die bisherigen Verordnungen:

  • 244/2009/EU Haushaltslampen mit ungebündeltem Licht
  • 245/2009/EU Leuchtstofflampen ohne eingebautes Vorschaltgerät, Hochdruckentladungslampen sowie Vorschaltgeräte und Leuchten
  • 1194/2012/EU Lampen mit gebündeltem Licht, LED-Lampen und dazugehörigen Geräten

Neu ist, dass nunmehr von Lichtquellen und ihren umgebenden Produkten die Rede ist und nicht mehr von Lampen und Leuchten.

Als Lichtquelle gilt ein Produkt, welches die in den neuen Verordnungen geforderten Eigenschaften besitzt. Das sind u. a.:

  • Farbwertanteile
  • Lichtstrom
  • Farbwiedergabeindex

Als umgebendes Produkt gilt z. B. die eigentliche Leuchte, wenn ihre Lichtquellen zur separaten Überprüfung mit allgemein verfügbaren Werkzeugen ohne dauerhafte Beschädigung entnehmbar sind. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die gesamte Leuchte als Lichtquelle gilt, wenn z. B. das eingebaute LED-Modul nicht wie oben entnehmbar ist. Leicht zu entfernende Anbauteile wie Gläser oder Blenden werden nicht zur Lichtquelle gezählt. Als Leuchtenhersteller bzw. Inverkehrbringer sind Sie für die Angaben zur verwendeten Lichtquelle verantwortlich.

Technische Parameter, die Sie je nach Produkt im Rahmen der neuen Ökodesignverordnung dokumentieren müssen, sind unter anderem:

  • Nutzlichtstrom
  • Farbwiedergabeindex
  • Spektrale Farbanteile
  • Ähnlichste Farbtemperatur
  • Farbkonsistenz (MacAdam-Ellipse)
  • Leuchtdichte
  • Halbwertswinkel bei Lichtquellen mit gebündeltem Licht
  • Flimmer
  • Stroboskop-Effekte
  • Leistungsaufnahme in verschiedenen Betriebszuständen
  • Verschiebungsfaktor
  • Lebensdauer

Als Inverkehrbringer von Lichtquellen sollten Sie bereits jetzt agieren und die notwendigen Daten in EPREL eintragen. Das Lichtforum NRW berät und unterstützt Sie gerne bei der lichttechnischen Vermessung Ihrer Produkte.

Zeitschiene

  • Ab dem 1. Mai 2021 müssen für Lichtquellen alle in der 2019/2015/EU geforderten technischen Parameter in die Produktdatenbank EPREL eingegeben werden. Die entsprechenden Etiketten nach 874/2012/EU (Energieeffizienklassen A++ bis E) können für den Handel wie bisher aus EPREL rechtssicher generiert werden.
  • Vor dem 1. September 2021 dürfen keine neuen Etiketten (Energieeffizienzklassen A bis G) im Handel ausgestellt werden.
  • Ab dem 1. September 2021 dürfen keine Kompaktleuchtstofflampen mit integriertem Vorschaltgerät (Energiesparlampen) mehr in Verkehr gebracht werden.
  • Bis zum 1. März 2023 dürfen im Handel befindliche Lichtquellen noch mit dem alten Etikett nach 874/2012/EU verkauft werden.
  • Ab dem 1. September 2023 dürfen keine lineare T8-Leuchtstofflampen und die meisten Typen der zurzeit noch erlaubten Halogenlampen in Verkehr gebracht werden.

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